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Cakepops mit Bratapfel und Nuss-Nougat-Füllung

Cakepops mit Bratapfel und Nuss-Nougat-Füllung

Es ist wieder soweit. Wie jedes Jahr steigt bei der lieben Zorra die alljährige Adventsause in Form eines Kulinarischen Adventskalenders – und das bereits zum 10. Mal!!! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Gibt es überhaupt schon so lange das Internet? Ja, gut, etwas länger natürlich schon, aber Zorra ist wohl eine Foodbloggerin der ersten Stunde. Deswegen freue ich mich um so mehr, dass ich für ihren Adventskalender ausgewählt wurde. Das tägliche Türchenöffnen und aufmerksame Lesen der Beiträge ihres Kalenders ist ganz wichtig: man erfährt vieles über den jeweilige/n Blogger/in, lässt sich von den weihnachtlich duftenden Rezepten inspirieren und kann bei Zorra ganz nebenbei mit der richtigen Beantwortung einiger Fragen faszinierende Preise absahnen und sich somit selbst ein zusätzliches Weihnachtspäckchen unterm Tannenbaum sichern. Und bevor ihr das Rezept für die Cakepops mit zweierlei Füllung bekommt, möchte ich euch noch eine kleine Geschichte erzählen.

Kulinarischer Adventskalender 2014 - Türchen 5

Hach, was habe ich mich gefreut, dass ich das 5. Adventskalendertürchen bekam, schließlich ist es nicht einfach irgendein Türchen, sondern der Tag vor Nikolaus, d.h. am heutigen Abend stehen blitzeblank geputzte Stiefel zig kleiner und auch großer Kinder vor der Türe und warten darauf, vom Nikolaus gefüllt zu werden – vorausgesetzt natürlich man war lieb. Da ich die ersten 10 Jahre meines Lebens in einem anderen Land (in Kasachstan – es ist übrigens das 9. größte Land der Welt und vermutlich den meisten dennoch unbekannt) aufgewachsen bin, habe ich Nikolaus und Weihnachten, wie es in Deutschland gefeiert wird, erst sehr spät kennengelernt, deswegen habe ich nicht so viele Anekdoten aus dieser Zeit parat. Ganz im Gegenteil zu meinem Liebsten. Ihr müsst wissen, das ist ein ganz Frecher, war er schon als Kind und ist er immer noch. Aber mit seiner frechen und humorvollen Art hat er mich schließlich auch erobert 😉 Na jedenfalls war er immer rotzfrech und so hatten sich meine Schwiegereltern auch mal einen Streich erlaubt. Normalerweise kam am Abend des 5. Dezember immer sein Patenonkel mit seiner Frau vorbei, um den Frechdachs zu beschenken, diesmal lief es aber anders. Es klingelte an der Tür und draußen standen ganz unerwartet der Nikolaus und sein Begleiter Knecht Ruprecht. Das sonst so rotzfreche kleine Kerlchen war plötzlich mucksmäuschen still und hat sich auf das Sofa verkrochen und war von jetzt auf gleich quasi nicht existent. Kaum waren die beiden verschwunden ging der freche Wirbelwind wieder umher.

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In Kasachstan – zumindest war das zu meiner Kindheit so – wurde Weihnachten ganz anders gefeiert. Den Nikolaus mit seinem Begleiter Knecht Ruprecht kennen die Menschen beispielsweise überhaupt nicht. Das Weihnachtsfest, wie wir das hier am 24. Dezember feiern, mit einem Festmahl und einer Bescherung hinterher, findet dort an Silvester statt. Auch dort gilt es als das wichtigste Familienfest des Jahres. Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern „Väterchen Frost“ (Ded Moros) mit seiner Enkelin „Schneeflöckchen“ (Snegurotschka) in der Silvesternacht am 31. Dezember. Optisch ähnelt Väterchen Frost der internationalen Vorstellung des Weihnachtsmannes, da er ebenfalls ein älterer Mann mit langem weißen Bart ist und entweder einen blauen oder roten Pelzmantel trägt. Allerdings wird der Schlitten von Ded Moros und seiner Snegurotschka nicht von Rentieren, sondern von 3 Pferden gezogen. Auch dort freut sich der Geschenkebringer über vorgetragene Gedichte, Lieder und Tänzchen. So erinnere ich mich genau, wie mein Zwillingsbruder und ich immer völlig herausgeputzt in unserer Festtagskleidung und voller Stolz vor dem Weihnachtsbaum (russisch: Jolka) standen und unsere Gedichte zum besten gaben. Wobei mein Bruder eher Gedichte oder Geschichten vortrug und ich auf einem akkordeonähnlichen Musikinstrument Weihnachtslieder vorgespielt und gesungen habe. Mittlerweile lasse ich das Singen aber komplett und das schätzt meine Umgebung sehr 😉 Das eigentliche Weihnachtsfest wird allerdings am 7. Januar gefeiert, Geschenke landen da aber keine mehr unter dem Weihnachtsbaum. Nun habe ich euch lange genug auf die Folter gespannt, ihr wollt sicherlich das Rezept für diese köstlichen Cakepops wissen, die sich übrigens schön verpackt auch ganz prima als kleines Weihnachtsmitbringsel eignen.

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Zutaten
200 g Mehl
100 g kalte Butter in Würfel geschnitten
1 Pck. Vanillezucker
30 g Zucker
1 Prise Salz
60 ml kaltes Wasser

1 großer Apfel
3 EL Korinthen
1 EL Rum
1/2 TL Zimt
1 EL Zucker

3-4 EL Nutella oder anderer Nuss-Nougat-Aufstrich
1 Eigelb
etwas Milch
brauner Zucker
Lollysticks (backfest)

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Zubereitung
Für den Teig Mehl mit der Butter, dem Vanillezucker, Zucker und Salz mit den Händen verkneten, bis sich Klümpchen bilden. Dann das kalte Wasser hinzugeben und alles zu einem glatten geschmeidigen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.

In der Zwischenzeit die Bratapfelfüllung vorbereiten. Den Apfel waschen, halbieren, schälen, entkernen und in kleine Würfelchen schneiden. Korinthen grob hacken und zusammen mit den Apfelwürfeln, dem Rum, Zimt und Zucker in einen kleinen Topf geben und erhitzen. Etwa 5 Minuten dünsten, dabei gelegentlich umrühren. Den Topf vom Herd ziehen und abkühlen lassen.

Eigeld mit etwas Milch verquirlen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und den Teig auf etwa 2 mm ausrollen. Mit einem kleinen Glas oder Garnierring Kreise ausstechen. Die eine Hälfte der Kreise in der Mitte entweder mit einem Messer über Kreuz einschneiden oder einen kleinen Stern o.ä. ausstechen. Einen Teigkreis auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Die Bratapfelfüllung in die Mitte des Kreises geben (dabei genügend Rand lassen), die Ränder dünn mit Eigelb bestreichen, einen Lollystick bis zur Füllung anlegen, den ausgestochenen Kreis darauflegen und die Ränder andrücken. Die Ränder mit einer Gabel eindrücken, dann entsteht ein schönes Randmuster. So mit der Hälfte der Cakepops verfahren und die andere Hälfte mit Nuss-Nougat (Nutella) füllen und ebenfalls verschließen. Zum Schluss alle Cakepops mit Eigelb einpinseln und mit braunem Zucker bestreuen.

Den Backofen auf 190 °C vorheizen und die Cakepops etwa 13-15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Herausnehmen, abkühlen lassen und am besten noch lauwarm genießen.

Bei den Lollysticks müsst ihr aufpassen, dass sie backfest sind. Ihr könnt alternativ aber auch Holzspieße verwenden.

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Habt eine schöne Adventszeit, klickt euch fleißig durch die anderen Adventskalendertürchen und sahnt bei zorras Adventskalender tolle Gewinne ab.

Nun bleibt mir nur noch zu sagen: Seid heute besonders lieb zu eurer Liebsten/ eurem Liebsten und putzt ordentlich eure Stiefel, damit sie großzügig befüllt werden. Und immer dran denken: Je größer der Stiefel, desto mehr passt bekanntlich rein 😉

13 Kommentare

  1. Ein sehr hübsches Türchen liebe Olga :-)
    Ich habe hier auch eine Kollegin aus Kasachstan, die mir auch schon so einiges über die dortigen (Weihnachts-)Bräuche erzählt hat, inkl. einem kasachischen Weihnachtslied 😀 Ich finde sowas immer sehr interessant!

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    • Liebe Britta,
      vielen lieben Dank. Ich finde das auch immer sehr spannend, wie andere Kulturen feiern. Du bist durch deine Kollegin ja dann gut informiert :-)
      liebe Grüße
      Olga

      Antworten

  2. Meine liebe Olga,

    spätestens seit dem absolut genialem Cranberry Pie bin ich Fan Deiner tollen Rezepte und Bilder, ( ich gestehe, das ich Dich vorher bewusst nicht wahr genommen hatte { Schande über mich } )
    Nun freu ich mich immer etwas neues in meiner Timeline von Dir zu sehen :-)

    Das Rezept ist wieder so toll, und ich freu mich das Du uns einen so tollen Einblick in eine andere Weihnachts Tradition gegeben hast.

    Ich wünsche Dir / Euch eine schöne Zeit

    Liebe Grüße Stephie

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    • Liebe Stephie,
      vielen lieben Dank! Oh je, bewusst nicht wahr genommen? Naja, verständlich bei der Flut an Foodblogs. Aber nun freue ich mich um so mehr, dass du mich immer gerne besuchst.
      Liebe Grüße und einen schönen Nikolaus noch.
      Olga

      Antworten

      • Ja, es ist in der Tat so, das es viele Blogs gibt. Und man selber doch leider oft viel zu wenig Zeit hat ( oder sie sich nimmt ), um die anderen Blogs näher zu betrachten … das sollten wir dringend bewusst anderen :-)
        Sonst verpassen wir so einiges…

        Alles liebe Stephie

        Antworten

  3. Toll – ich finde es wirklich immer wieder interessant, zu erfahren wie in anderen Kulturen Weihnachten zelebriert wird! :)
    Danke für die Einblicke und natürlich das schöne Rezept.
    Liebe Grüße, Ramona

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    • Liebe Ramona,
      ich finde das auch immer total spannend, wie andere Kulturen Weihnachten oder auch andere Feste feiern. Freut mich sehr, dass ich euch einen kleinen Einblick aus meiner Kindheitserinnerung verschaffen konnte.
      Liebe Grüße und einen schönen Nikolaus,
      Olga

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    • Liebe Barbara,
      sehr gerne :-) Wow, du bist die erste, die da gerne hin möchte. Aber du bist auch kulturell sehr interessiert. Das ist ein riesiges Land mit vielen tollen Orten. Ich war vor 5 Jahren das letzte Mal da und muss sagen, dass die neue Hauptstadt sehr sehenswert ist. Alles sehr modern und westlich, Prachtbauten schießen wie Pilze aus dem Boden. Aber man sieht auch sehr viel Ursprüngliches. So eine Steppe hat auch ihre Reize. Fahr nur bloß niemals im Winter hin 😉
      Ganz liebe Grüße
      Olga

      Antworten

  4. Danke liebe Olga für dieses schöne und vor allem lehrreiche Türchen. Ich habe einiges über andere Weihnachtssitten gelernt. Sehr interessant!
    Ich wünsche dir und deinen Lieben fröhliche Weihnachten und ein erfolgreiches 2015!

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  5. Pingback: Eine Reise in die Kälte mit wärmenden Tschebureki | Puhlskitchen

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