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Eine Reise in die Kälte mit wärmenden Tschebureki

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Na, wer ist noch nicht eingeschneit? Wem ist es noch nicht kalt genug? Wer bei den momentanen Temperaturen immer noch ins Schwitzen kommt, für diejenigen habe ich eine Lösung parat. Packt einfach eure Koffer und macht euch mit mir auf eine Reise in die Kälte. Tausende von Kilometern müssen wir zurücklegen. Mit richtigem Winter. Und Schnee. Sehr viel Schnee. Und richtig klirrend kalt ist es dort. So kalt, dass die Automotoren streiken und einfach den Geist aufgeben – einfach einfrieren. Dort ist es teilweise kälter als in manchen Gefriertruhen. Und es leben sehr viele Menschen dort. Habt ihr schon erraten, wohin es geht? Nordpol? Südpol? Alaska? Grönland? Nein, alles falsch. Es geht nach Kasachstan! Richtig, nach Kasachstan! Aber macht euch keine Sorgen, ihr müsst jetzt nicht 10 Jacken übereinander ziehen, um den Frostbeulen zu entkommen. Die (Welt)reise ist rein kulinarischer Natur und somit dürft ihr weiterhin in der warmen Wohnung bleiben. Ihr fragt euch vermutlich, warum das ganze: Nun es ist so, dass die liebe Sarah vom Knusperstübchen zur kulinarischen Weltreise aufgerufen hat. Und was macht die Bloggergemeinschaft? Richtig, da werden Koffer samt Töpfen, Pfannen, Backformen und Gedöns zusammengepackt und ab geht’s – frei nach dem Motto: Wir bloggen uns um die Welt!

Und wenn ich irgendwo das Wort „Reisen“ höre, lasse ich natürlich alles stehen und liegen und bin dabei. Das Gute an der kulinarischen Weltreise ist ja, dass man da keinen Urlaub braucht. Also theoretisch natürlich. Andererseits natürlich schon. Irgendwann. Spätestens dann, wenn man all‘ die Leckereien nachkochen und -backen möchte. Da wird man den ein oder anderen Tag in der Küche verbringen müssen. Aber man kann sich das auch alles aufteilen und nach und nach alles „abarbeiten“. Na jedenfalls könnt ihr euch hier bei Sarah durch die anderen kulinarischen Hochgenüsse der Länder durchlesen und die Küche schon mal warmlaufen lassen, denn jetzt wird es erst mal kalt. Wer keine richtige Vorstellung von kalt hat und bei 2°C jammert, dass es kalt sei, dem möchte ich ganz leise ins Ohr flüstern, dass in der kasachischen Hauptstadt Astana momentan -25°C herrschen. Aber pssst, jetzt nicht vom reinen hören schon erfrieren.

Oben links: Bajterek-Turm, der immer schön bunt beleuchtet wird. Wir waren auch ganz oben in der Kugel; Oben rechts: Nationales Kulturzentrum des Präsidenten; Unten links: kasachische Steppe mit kleiner Wohnsiedlung mittendrin.

Oben links: Bajterek-Turm, der immer schön bunt beleuchtet wird. Wir waren auch ganz oben in der Kugel; Oben rechts: Nationales Kulturzentrum des Präsidenten; Unten links: kasachische Steppe mit kleiner Wohnsiedlung mittendrin.

Ich habe, wie ich bereits hier schrieb, die ersten knapp 10 Jahre in Kasachstan gelebt und den ein oder anderen Winter miterlebt. Wer jetzt denkt, dass ist ein extrem kaltes Land, dem muss ich natürlich recht geben, allerdings ist es dort im Winter kalt, im Sommer ist es heiß, so richtig heiß. 30°C sind keine Seltenheit. Ihr seht, da sind die Temperaturunterschiede richtig extrem. Das letzte Mal war ich vor knapp 6 Jahren dort. Und das erste Mal in der neuen Hauptstadt – Astana – was übrigens „die Hauptstadt“ bedeutet. Wie passend und einfallsreich. Astana zählt übrigens klimatisch gesehen zu der zweitkältesten Hauptstadt der Welt und das hat schon was zu heißen. Da hat alles so ein bisschen was von Las Vegas, New York und Dubai. Es ist eine neue und moderne Hauptstadt mit vielen Prachtbauten. Ich war vor 6 Jahren schwer begeistert. Es gibt eine Menge zu sehen und generell kann ich jedem, der auf Abenteuerurlaub abfährt, dieses Land nur ans Herz legen. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen und zu erleben. Die Menschen dort sind einfach, aber herzallerliebst und hilfsbereit.

Oben links: Nur-Astana-Moschee; Oben rechts: Mein Bruder und ich in einem Luftballon auf einem See. Das war ein Spaß. So oft in meinem Leben bin ich noch nie gefallen, wie darin. Aber es war ein hammer Spaß. Unten links: Pyramide des Friedens und der Eintracht; Unten rechts: City Park

Oben links: Nur-Astana-Moschee; Oben rechts: Mein Bruder und ich in einem Luftballon auf einem See. Das war ein Spaß. So oft in meinem Leben bin ich noch nie gefallen, wie darin. Aber es war ein hammer Spaß. Unten links: Pyramide des Friedens und der Eintracht; Unten rechts: City Park

Und weil ich doch einige Jahre meines Lebens dort verbracht habe, war für mich sofort klar, dass ich euch etwas kulinarisches aus Kasachstan zeigen möchte. Meine Entscheidung ist auf Tschebureki gefallen, weil ich sie immer gerne gegessen habe und es immer noch gerne tue. Das sind einfache Teigtaschen mit einer herzhaften Füllung. Meist wird Hackfleisch verwendet, aber auch Pilze, Kartoffeln und Lauch werden gerne genommen. Wir machen sie allerdings immer nur mit Hackfleisch. Die Tschebureki werden dann in Öl ausgebacken und noch warm – da schmecken sie einfach am besten – gegessen. In Kasachstan, aber auch in anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion bekommt man diese Teigtaschen als „Fastfood“ oft an Imbissen und Basaren zu kaufen. Aber auch in Restaurants findet man sie so gut wie auf jeder Speisekarte.

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Zutaten für 12 Stück
für den Teig
200 ml heiße Milch
380 g Mehl
1 Ei
etwas Salz

für die Füllung
400 g Hackfleisch (ich habe Rinderhack selbst durchgedreht)
3 Schalotten
Salz
Pfeffer
etwas Wasser

Öl zum Frittieren

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Zubereitung
Milch erhitzen, aber nicht kochen. Alle Zutaten miteinander vermischen und zu einem glatten Teig verkneten. Sollte er zu weich sein, noch etwas Mehl unterkneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Für die Füllung entweder das Hack selbst herstellen oder frisches Hackfleisch beim Metzger kaufen. Ihr dürft euch bei der Sorte des Hackfleisches austoben. Es ist egal, ob ihr Schweine- oder Rinderhack oder gar Halb/Halb nehmt. Schalotten sehr fein hacken und zum Hackfleisch geben. Mit Salz und Pfeffer stark würzen. Etwas Wasser hinzufügen und durchmischen.

Den Teig in 12 gleich große Portionen teilen und dünne Kreise von etwa 20 cm ausrollen. Die Füllung auf die eine Hälfte der Kreise geben, dabei einen etwa 1 cm breiten Rand lassen. Die Füllung dünn verstreichen, den Teigkreis umklappen und fest verschließen, damit die Tschebureki beim Braten nicht aufgehen.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Tschebureki darin goldbraun ausbacken. Am besten noch warm genießen. Aber auch kalt schmecken sie noch total lecker. Lasst es euch schmecken.

Seid gespannt, wo es am Freitag hingeht. Ich stehe ja bereits in den Startlöchern und habe für alle Klimazonen die passenden Klamotten dabei. Wir sehen uns im Flieger …

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16 Kommentare

  1. Lecker sieht das aus. Ich hab ja immer ein wenig Angst vor frittieren, wieviel Öl nutzt du denn? So das sie richtig eintauchen oder eher wie bei Schnitzeln leicht schwimmen?
    Liebe Grüße,
    Daniela

    Antworten

    • Liebe Daniela,
      ja, das frittieren ist immer so ne Sache. Da kann das heiße Fett ganz schön rumspritzen, da gehe ich auch immer in Deckung. Ich habe bei den Teigtaschen gar nicht so viel Öl drin gehabt. Etwa 1 cm hoch, so wie bei Schnitzeln auch.
      Liebe Grüße
      Oli

      Antworten

  2. Da musste ich jetzt doch ganz genau nachlesen, hatte ich Tschebureki doch noch nie gehört… und ganz nebenbei auch noch Neues über Dich erfahren :-)
    Danke für die Einblicke in Deine zweite Heimat Kasachstan und für das schöne Rezept…
    Liebe Grüße, Kebo

    Antworten

    • Hehe, liebe Kebo, man lernt nie aus. Vor allem bei so „exotischen“ Länderküchen. Ich erzähle ja immer ganz gerne was über mich. Finde das immer schön, wenn man etwas über den Blogger erfährt, dann erscheint man doch immer etwas „menschlicher“ :-)
      Ganz liebe Grüße
      Oli

      Antworten

  3. Danke :-) Die waren auch mir als Teigtaschen-Fan ganz neu….und sie werden hier sicher bald auf dem Tisch stehen.
    Danke auch für den Blick nach Kasachstan…..Die Architektur ist ja unglaublich!

    Antworten

    • Ist doch schön, wenn man als Teigtaschen-Fan etwas neues in sein Repertoire aufnehmen kann. Und die sind ja so easy peasy und schnell gemacht. Die Architektur ist wirklich atemberaubend. Die Fotos sind vor knapp 6 Jahren entstanden und da war noch vieles im Rohbau. Ich denke mittlerweile sind noch eine Bauten hinzugekommen. Astana gilt auch als eine sehr futuristische Hauptstadt (liegt vermutlich auch daran, dass sie noch nicht so alt ist).
      Liebe Grüße
      Oli

      Antworten

  4. Liebste Oli,
    was für ein wundervoller Entdeckerbeitrag. Ich muss immer wieder feststellen, jedes Land hält für seine Besucher ein paar wundervolle Schätze bereit, ob nun kulinarisch oder wegen bestimmter Städte, Bauwerke, Strände etc. Ob der Kält würde ich den Besuch noch etwas verschieben aber vielen lieben Dank, dass Du uns ein Stückchen Heimat gezeigt hast. Die Tschebureki klingen nach richtigem Winter-Soulfood und die Bilder sind wieder einmal ein Traum. :)
    Liebste Grüße
    Sarah

    Antworten

    • Liebe Sarah,
      ganz herzlichen Dank, dass ich mitreisen durfte :-) Wir beiden fliegen einfach im Sommer noch mal hin, da ist es immer ganz heiß und trocken (ist auch eher so meine Wohlfühltemperatur).
      Ich freue mich jetzt auf die vielen noch kommenden kulinarischen Länder-Highlights.
      Ganz liebe Grüße
      Oli

      Antworten

  5. Сәлем, meine liebe Oli!

    Oh mann, ich stehe ja SO arg auf sämtliche Arten von gefüllten Teigtaschen! Und dann werden Deine auch noch so köstlich frittiert! Bei Tschebureki musste ich spontan an Börek denken, die sind bestimmt miteinander verwandt, oder?

    So schön, dass ich hier mehr von Dir erfahre – ich wusste gar nicht, dass Du die ersten 10 Jahre in Kasachstan aufgewachsen bist….hach, ein Grund mehr, mich ganz arg auf Dich und unser erstes „Date“ zu freuen!

    Сау бол!
    Deine trickytine :)

    Antworten

    • Ist das kasachisch, Trickytine? 😀 Dat kann isch nämlisch net! Ich kann nur noch bissel russisch, also in diesem Sinne: привет!
      Börek und die Tschebureki sind sich sehr nahe. Ist so eine sprachliche Abwandlung, deswegen klingt das sehr ähnlich.

      Ich freue mich auch ganz dolle auf den Valentinstag mit euch, einen besseren Tag hätte es fürs erste Date gar nicht geben können <3 Dann erfahrt ihr noch mehr über mich und ich über euch, hehe 😀
      Ganz liebe Grüße
      Oli

      Antworten

  6. Hmm, wenn die mein Mann sehen könnte… Der war zwar auch schon mal in Kasachstan, von so leckeren Täschchen hat er aber nix erzählt, dabei liebt er Hackfleisch. Klingt nach tollem Fastfood und ist so schnell gemacht. Perfekt für uns. Danke für die Inspiration.
    Liebe Grüße,
    Daniela

    Antworten

    • Das wäre doch eine feine Sache, wenn du deinen Mann mit diesen leckeren Tschebureki überraschst. Dann würde er wieder in Erinnerungen an Kasachstan schwelgen, hach wie schön. Die sind wirklich ganz easy peasy, ruck zuck gemacht und auch gegessen :-)
      Sehr gerne, liebe Daniela.
      Liebe Grüße
      Oli

      Antworten

  7. Bei den Fotos läuft einem sofort das Wasser im Mund zusammen – dachte erst es wären so eine Art Apfeltaschen und habe mich doppelt gefreut, dass diese leckeren Teilchen tatsächlich herzhaft sind! Die stehen unbedingt auf der to-cook Liste :)

    Antworten

    • Mit Äpfeln habe ich sie noch nie gefüllt, weil ich sie nur in herzhafter Variante kenne, aber einen Versuch wäre es schon wert. Ich bin schon sehr gespannt, wie sie dir schmecken werden, liebe Katharina.
      Liebe Grüße
      Oli

      Antworten

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