Artikel
2 Kommentare

Fliederblütensirup

flieder1

So, ihr Lieben, versorgt euch schon mal mit tonnenweise Zucker, davon kann man sowieso nicht genug im Haus haben, denn die Sirupproduktion kann beginnen. Ich bin seit letztem Jahr auf den Sirup gekommen – sirupisiert sozusagen. Keine Ahnung, wer mich eigentlich damit angesteckt hat, aber im Großen und Ganzen war das sehr erfolgreich. Gut, ok. Ich bin ehrlich. Einen Fail hatte ich tatsächlich. Eine Produktionsladung Sirup ist sowas von in die Buxe gegangen und ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht, was ich da falsch gemacht habe. Aber egal: Gelee ist auch sehr lecker 😉 Einen Nachteil hat es allerdings: Man bekommt es so schwer aus der Flasche raus *grr* Vermutlich habe ich den Sirup zu lange köcheln lassen und Johannisbeeren haben wohl einen höheren Pektinanteil als bspw. Erdbeeren, so dass sie eher gelieren. Naja, es darf ja auch mal was schiefgehen. Doof nur, wenn man den Fail erst recht spät bemerkt. Aber es gibt vermutlich schlimmeres, denn schließlich ist schon eine Flasche vom Johannisbeersirup ähm, nee, Gelee bereits verbraucht. Man muss mit der Flasche nur so verfahren, wie mit Ketchup, den man ja auch nie aus der Flasche bekommt. Wenn man die Flasche kopfüber hält und auf den Boden der Flasche klopft, kommt auch was raus. Zur Not ganz getreu dem Motto: Mit etwas Gewalt geht alles. Also war der missglückte Sirup doch noch zu gebrauchen.

flieder3

Der Liebste hat mir zunächst etwas Angst eingejagt, als ich ihm davon erzählte Sirup aus Fliederblüten zu machen. Von wegen giftig und so. Das hat sich allerdings als ein Gerücht herausgestellt. Aber bevor ich uns und andere vergifte, habe ich mich natürlich gut darüber informiert. Der Gemeine Flieder, der in vielen Gärten blüht ist völlig harmlos und darf problemlos verzehrt werden. Wir haben den Überlebenstest übrigens gemacht, genauer gesagt, der Liebste. Er war mutiger. Und was soll ich sagen: es geht ihm super, was mich natürlich um so mehr freut.

Was tatsächlich giftig ist, ist der Sommerflieder und auch der Alpenflieder. Jedoch ist der Verzehr von Sommerflieder nicht lebensgefährlich. Es wird einem übel und man müsste erbrechen, aber wirklich dramatische Folgen hätte es nicht. Der wirklich giftige Gefährte unter den Sträuchern ist der Gestreifte Seidelbast, auch bekannt als Alpenflieder. Davon sollte man sich fernhalten.

flieder4

Den Flieder gibt es in allen möglichen Farben, was natürlich stark für die Färbung des Sirups verantwortlich ist. Ich habe meinen Sirup aus einem relativ dunklen Flieder hergestellt. Wenn man helleren oder weißen Flieder verwendet, wird der Sirup entsprechend heller.

Zutaten
1,4 l Wasser
1 kg Zucker
6 große und frisch aufgeblühte Fliederdolden
2 Bio-Zitronen
30 g Zitronensäure

Zubereitung
Wasser mit dem Zucker aufkochen bis sich der Zucker gelöst hat. Zitronensäure unterrühren und erneut aufkochen. Den Zuckersirup etwas abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Blüten des Flieders abzupfen. Bio-Zitrone heiß waschen und in dünne Scheiben schneiden.

Anschließend die Fliederblüten und die Zitronenscheiben zum Zuckersirup geben, durchrühren und an einem dunklen Ort 4 Tage durchziehen lassen. Anschließend alles durch ein sehr feines Sieb abseihen und in einem Topf erneut kurz aufkochen lassen. Nicht zulange köcheln lassen, sonst verliert der Sirup sein Aroma.

Flaschen heiß ausspülen, so dass sie steril sind. Den noch heißen Sirup in Flaschen füllen, fest verschließen und kühl und dunkel lagern.

Wenn man sauber arbeitet und die Flaschen steril sind, hält sich der Sirup sehr lange. Aber so lecker wie er schmeckt, ist es sowieso innerhalb kürzester Zeit verbraucht.

flieder2

Ein super erfrischendes Getränk mit Fliederblütensirup bekommt man, wenn man ihn mit Sekt/Crèmant/Prosecco und etwas Mineralwasser aufgießt. Ein paar Eiswürfel und Limettenscheiben rein, fertig ist ein kühler sommerlicher Cocktail.

Probiert es doch mal aus, ihr werdet vom Aroma des Sirups begeistert sein. Aber beeilt euch, lange blüht der Flieder nicht mehr 😉

2 Kommentare

  1. Ich hab allerdings die Erfahrung gemacht, dass Fliedersirup ziemlich schnell sein Aroma verliert. Und man sollte auf alle Fälle lila Flieder nehmen, die Farbe ist einfach um Längen besser.

    Antworten

  2. Liebe Oli,
    also ich hätte ja auch gegen ein wenig Gelee nichts einzuwenden. 😀 Nur das mit der Flasche, das hätte mich wohl auch etwas geärgert. Von Fliederblütensirup hab ich ja bisher noch nichts gehört aber wenn ich so an den Flieder denke, der zu Hause in der Vase steht – frisch aus dem Garten meiner Eltern – kann ich mir das sehr gut vorstellen, der Duft ist ja schon himmlisch. :)
    Ich hab auch schon mit dem Sirup kochen beginnen, mein erster war allerdings Erdbeer-Rhabarber-Sirup. :) Auch super lecker. 😉
    Liebste Grüße
    Sarah

    Antworten

Kommentar verfassen