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Geheirade {Die Kochtopfreise macht Halt im Saarland}*

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Ein Kochtopf geht auf Reisen. Ja, richtig gehört. Da hat sich der schöne Topf aus der Serie Prime der Firma Zwilling fein herausgeputzt, ist in einen Hartschalenkoffer gesprungen und lässt sich nun durch alle 16 Bundesländer fahren, um dort bei 16 unterschiedlichen Bloggern halt zu machen und von den jeweiligen Landesküchen zu kosten. Super Idee, bei der ich sofort Feuer und Flamme war. Jeder Blogger hat eine Woche Zeit ein landestypisches Gericht im Kochtopf zuzubereiten, darüber auf dem Blog zu berichten und diesen dann anschließend weiter zuschicken.

Die Reise begann im schönen Hessen bei der bezaubernden Andrea von Zimtkeks und Apfeltarte. Ihr wurde der Kochtopf auf der Konsumgütermesse Ambiete von Cornelia Poletto beim gemeinsamen Kochen überreicht. Cornelia Poletto kenne ich übrigens auch persönlich. Aus einer Kochsendung, bei der ich vor knapp zwei Jahren mitgemacht habe. Sie hat allerdings das gegnerische Team betreut, war somit unser „Feind“. Allerdings ist sie eine ganz liebe Köchin, die dem gegnerischen Team ganz schön unter die Arme greifen musste, damit sie gegen uns nur annähernd eine Chance haben *hehe*. Nachdem der Kochtopf mit der hessischen Leckerei „Woihinkelsche“ mehr als zufrieden war, machte er sich auf den Weg zur lieben Angela von Herzstückblog nach Rheinland-Pfalz. Angela hat herrlich leckere „Herzdriggerte“ zubereitet. In der saarländischen Dorfprovinz gibt es ja so ein Gerücht, dass die Saarländer mit den „Pälzern“ (Anm. Rheinland-Pfälzern) auf Kriegsfuss stehen. Ich kann allerdings nichts gegen unsere Nachbarn sagen. Wobei hier unsere Nachbarn eher die Franzosen sind. Zu diesen kann ich quasi aus dem Fenster schauen. Durch die Nähe zu Frankreich kommen besonders Genussliebhaber hier auf ihre Kosten. Mit einigen hervorragenden Sternerestaurants können wir mit dem Rest der Bundesrepublik locker mithalten. Ganz nach dem Motto „Hauptsach gut gess“ gibt es hier nicht nur den bekannten Lyoner, Maggi und Schwenker, sondern auch wirklich spitzenmäßige Sternenküche. Aber das ist leider nichts für den Alltag. Diejenigen, die im Saarland Urlaub machen, sollten auch den besonders leckeren Wein von der Saar probieren.

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Nun ist der Kochtopf endlich im „scheene“ Saarland angekommen – bei mir. Lange habe ich überlegt, was ich überhaupt kochen soll. Schwenker und Lyoner sind nicht ganz kochtopfgeeignet, fielen somit weg. Ich wollte schon etwas ganz traditionelles zubereiten, was jeder Saarländer kennt. Nur bin ich ja wie bereits hier erörtert keine geborene Saarländerin. Also was macht man da? Genau, Schwiegereltern interviewt, was sie so mit dem Saarland verbinden. Was ein Glück, dass sie mir gleich sagten, dass sie ein Saarländisches Kochbuch haben. Also habe ich es mir geschnappt und darin rumgeblättert. Dort findet man allerlei saarländische Leckereien. Meine Wahl fiel dann relativ schnell und entschlossen auf die „Geheirade“, deutsch: Verheiratete. Die habe ich schon sehr oft gegessen. Das ist ein Gericht mit Kartoffeln und Mehlklößen, auch Mehlknepp genannt. Verheiratete nennt man dieses Gericht, weil die Kartoffeln mit den Klößen üblicherweise in einer Schüssel geschichtet, also verheiratet werden. Traditionell isst man zu den Geheirade Bettsejer (Löwenzahn). Darauf habe ich allerdings verzichtet und habe die frisch Verheirateten mit frischem Lauch glücklich gemacht. Der passt nämlich auch ganz wunderbar dazu. Die Menge reicht für 3 hungrige Esser aus.

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Zutaten
400 g Kartoffeln
250 g Mehl
1 Ei
125 ml Wasser
Salz
100 g geräucherten Speck
1/2 Stange Lauch
100 ml Milch
80 ml Sahne
Pfeffer aus der Mühle

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Zubereitung
Kartoffeln schälen und in Stifte schneiden. Aus Mehl, Ei und Wasser einen zähflüssigen Teig herstellen. Wasser im Kochtopf aufstellen, Kartoffelstifte hineingeben und zum Kochen bringen. Salzen. Nach etwa 8 Minuten Kochzeit den Teig esslöffelweise zu den kochenden Kartoffeln geben. Und weitere 7 Minuten köcheln lassen.

Den Speck in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne ohne Öl rösten. Den gewaschenen Lauch in Rauten schneiden und anschließend zum Speck geben. 3 Minuten mitdünsten und dann Milch und Sahne hinzugeben und weitere 5 Minuten köcheln lassen. Die Sauce pfeffern. Salzen braucht ihr nicht, da der Speck sehr salzig ist.

Die Kartoffeln mit den Mehlklößen abgießen, in einen großen Teller geben und mit der Sauce übergießen. Fertig sind die Verheirateten.

Am besten schmecken sie mit einem kühlen leckeren Weißwein von der Saar – unser Favorit, der Rotschiefer vom Weingut Van Volxem.

Nun schicke ich den frisch gespülten Kochtopf weiter an meine liebe Christina von Tinas Tausendschön. Tina kenne ich ja mittlerweile persönlich, da wir vor gut einem Jahr ein Vorweihnachts-Sweettable-Shooting in ihrem Tausenschön’chen Reich veranstaltet haben. Der Kochtopf nimmt noch ein Goodie für meine liebe Bloggerfreundin mit. Mit leeren Händen schlägt man bekanntlich nicht bei Freunden auf. Was es ist, möchte ich euch noch nicht verraten, da es sonst für Tina keine Überraschung mehr ist. Aber bei ihr erfahrt ihr das ganz bestimmt. Liebe Tina, ich bin ganz gespannt, was ich bei dir landestypisches geben wird. Aber ich weiß jetzt schon, es wird spitzenmäßig. Und ich werde mal wieder sabbernd vor dem PC sitzen und deine Bilder bestaunen. Vielleicht schickst du mir dann einfach mal eine Portion zu? :-)

Damit euch nichts entgeht, könnt ihr die weiteren, aber auch die vorherigen Stationen der Kochtopfreise hier verfolgen.

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